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Oswald Spengler, Hubert Brune, u.a.

admin @, Donnerstag, 03. März 2011, 10:35 (vor 2761 Tagen) @ Herr Schütze

Wegen Spengler habe ich soeben den diesbezüglichen Artikel "Staatspolitischen Handbuch, Band 2, Schlüsselwerke", von Lehnert/Weißmann gelesen. Sehr interessant, doch beinhaltend ein Zitat, das mich enttäuscht:

Aber "die Menschheit" hat kein Ziel, keine Idee, keinen Plan, so wenig wie die Gattung der Schmetterlinge oder Orchideen ein Ziel hat. "Die Menschheit ist ein zoologischer Begriff oder ein leeres Wort.

Dies steht in äußerstem Gegensatz zur anthroposophischen Auffassung, wonach die Menschheit die "zehnte Hierarchie" (gerechnet von oben nach unten) bildet und als solche eingebunden ist in den lebendigen Kosmos der Hierarchien überhaupt. Man kann sagen, daß sozusagen das Herzblut höherer Wesen mit der Menschheit verbunden ist; von Freunden und Feinden, und unter ersteren vor Allem Jesus Christus, der sagte: "Ich bleibe bei euch alle Tage bis an der Welt Ende."

Davon abgesehen gibt es bemerkenswerte Übereinstimmungen. Steiner war Herausgeber der naturwissenschaftliche Werke Goethes und auch mit dessem "Faust" bestens vertraut. Das auf Goethe fussende organische Denken ("Goetheanismus") ist eine der Grundlagen der Anthroposophie überhaupt. Auch hat er 1895 ein Buch über Nietzsche geschrieben, mit späteren Zusätzen, in denen eine sehr veränderte Beurteilung zum Ausdruck kommt.

Tomberg hat sich in seinem Spätwerk mehrfach sehr positiv über Leibniz geäußert, auch was die okkulte Seite betrifft. Während Schiller aus seiner Inspiration durch die mittlere Schicht der "Akasha-Chronik" (Weltgedächtnis) zu dem Schluß kam, die Weltgeschichte sei das Weltgericht, erhielt Leibniz im Schlaf Einblicke in die obere Schicht dieser Akasha-Chronik, mit der Folge seines unerschütterlichen Optimismus. - Ich habe von Leibniz seine "Monadologie" und andere kleinere Werke gelesen (deutsch und französisch im Meiner-Verlag) und finde sie sehr ansprechend, auch stilistisch. Die angenehme Sprache täuscht über die Tiefe leicht hinweg.

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Da ich meinen Rückstand in der Spengler- und Brune-Lektüre nicht so schnell werde aufholen können, hier vorweg noch einige Bemerkungen zu einzelnen Kulturepochen in Anlehnung an Tombergs "Betrachtungen über das Alte Testament".

Ein auserwähltes Volk hatte es schon vor dem israelitischen gegeben. Es handelte sich um den unverdorbenen Restbestand aus der aufgrund von schwarzmagische Praxis untergegangenen Atlantis. Auch von den "verdorbenen" Völkern gab und gibt es Nachkommen; das waren damals die Turanier und sind heute die Chinesen und Mongolen.

Es war der Eingeweihte Manu, der mit dem unverdorbenen Restbestand nach Zentralasien zog, wo er die erste Pflanzstätte der arischen Kultur begründete. Daraus bildete sich später die altindische Kultur. Sie versagte aber, da sich die alten Inder immer einseitiger der höheren Welt zuwandten bzw. von der irdischen Welt abwandten und dadurch das Gleichgewicht zerstörten.

Die zweite Kultur, die iranische, versagte zunehmend durch Kompromisse mit ihrem Gegenspieler, dem Turaniertum. Tomberg:

Denn eine geistige Strömung ist nur so lange stark, als sie sich in keine Kompromisse einläßt. (S.21)

Die dritte Kultur-Epoche, die ägyptisch-chaldäische, ist wegen ihrer inneren Polarität oder Doppelrichtung interessant. Sie

hatte die Aufgabe, die zwei großen Pforten der geistigen Welt, die Pforte der Geburt und die Pforte des Todes solange heilig zu erhalten, bis eine heilige Geburt und ein heiliger Tod diese Pforten für die ganze Menschheit für alle Zukunft eröffnen würde. Die Völker dieser Kultur sollten die Geburt derjenigen Wesenheit vorbereiten, die durch den Opfertod das höchste Heil der Menschheit bringen würde. [...] Zum Hüter der Mysterien der Geburt war das Chaldäertum berufen; zum Hüter der Mysterien des Todes aber Ägypten.

Das ging wiederum nur eine Zeitlang (d.h. etwa 2000 Jahre) gut. Im Zweistromland bildeten sich religiöse Sexualkulte aus, die u.a. ingestalt der Tempelprostitution verwirklicht wurden: Das turanische Element hatte sich eingeschlichen. Die Geburt Gottes sollte durch Mechanisierung der Geburt, durch die Praxis der Erstgeborenen-Tötung, verhindert werden.

In Ägypten hingegen wurde die Idee der Überwindung des Todes durch Auferstehung ersetzt durch den Mumienkult. Zu bedenken ist, daß Tod nicht durch Verwesung charakterisiert ist - das ist vielmehr ein Lebensvorgang -, sondern durch Erstarrung:" Zum Raum wird hier die Zeit."

Leben ist der von der Zeit durchströmte Raum; Tod ist das Erstarren der Zeit im Raum. Wenn die Zeit zum Raum wird, so daß sie ihre Herrschaft über die Gestalt einbüßt, erstirbt sie und wird zum Leichnam.

Der Mond ist so ein Leichnam, der durch die Elohim oder Exusiai (Wesen der 4. Hierarchie oberhalb der Menschheit) unter Führung des Eloha Jahve aus der Erde herausgelöst wurde, um die Erde am Leben zu erhalten. Warum das nötig wurde, und welche Umstände dazugehören, das wäre wieder ein Kapitel für sich.

Einige Hinweise zur babylonischen Mysterienkultur der Geburt habe ich, unter etwas anderem Aspekt, auch gegeben in meinem Artikel Die Sparkasse Bonn und das Weib auf dem Tier.

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Soviel für heute. Die Idee der Jahreszeiten inbezug auf das Leben einer Kulturepoche ist sehr sinnvoll und steht selbstverständlich nicht in Widerspruch zu dem Gesagten. Aber zum Zyklus kommt hinzu die Linie hinzu mit dem Egebnis einer (Aufwärts-)Spirale. Sicher wäre es auch interessant, die beiden Kultur-Lehren zu vergleichen und, wenn möglich, in Einklang zu bringen. Letztlich wäre herauszustellen, was auf die Einflüsse der Hierchien zurückgeht, und was eher durch gedankliche Interpolationen zustandekommt.

Mit den besten Grüßen!
trel


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